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Bodenbiodiversität feuchter Waldökosysteme. Humusformen als Indikatoren für die Zersetzergesellschaft in Zeiten des Klimawandels (BioFeuchtHumus)

Foto: Kathöfer

Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Broll

Mitarbeitende: Dr. Tina Frank Dr. Hans-Jörg Brauckmann

Förderung: FNR, Waldklimafonds

Zusammenarbeit mit: Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen (Infos), NABU Naturschutzstation Münsterland, IFAB Hamburg

Laufzeit: November 2021 - Dezember 2024

Um Maßnahmen zur Anpassung von Wäldern an den Klimawandel entwickeln und bewerten zu können, werden Indikatoren für Umweltveränderungen benötigt, die schnell im Feld kartiert und mittels räumlicher Modelle in die Fläche übertragen werden können. Als ein solcher Indikator an der Schnittstelle Boden–Vegetation gilt die Humusform. Trotz der weiten Verbreitung von Stauwasserböden über ganz Deutschland und der hohen Sensitivität von Feuchtwäldern mit Stauwassereinfluss gegenüber dem Klimawandel ist die Klassifikation aerohydromorpher Humusformen bislang unzureichend.

Ziele dieses Projektes sind daher, am Beispiel des südlichen Münsterlandes
(i) bodenbiologische und morphologische Merkmale zur Klassifizierung aerohydromorpher Waldhumusformen zu identifizieren und
(ii) aerohydromorphe Humusformen und Zersetzergesellschaften in Abhängigkeit von der Bodenfeuchte zu untersuchen.

In enger Zusammenarbeit von Forst, Naturschutz und Wissenschaft knüpft das Projekt an bisherige Untersuchungen zu Biomasse, Bestockung, Bodenfeuchte und Biodiversität in Feuchtwäldern an. Zur Schärfung der Klassifikation aerohydromorpher Humusformen werden Geländeuntersuchungen zu Zersetzergesellschaften (Regenwürmer und Enchyträen) durchgeführt. Es werden erstmals Bodenfeuchtemessungen direkt an der Grenze von Mineralboden und Auflagehorizonten erfolgen, um den Wassereinfluss an der Schnittstelle Boden–Vegetation zu erfassen und anschließend mit Humusformkartierungen flächenhaft prognostizieren zu können. Unter Anwendung regionaler und nationaler Klimawandel-Szenarien werden die bisherigen Modelle erweitert und somit die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Bodenwasserhaushalt und auf die Verbreitungsmuster von Feuchthumusformen vorhergesagt. Die räumlich-zeitlichen Modelle werden außerdem Aufschluss über die zukünftige Funktionalität der heutigen Feuchtwald-Ökosysteme geben, was für die forstliche Praxis bezüglich notwendiger und sinnvoller Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel von großer Bedeutung ist.